Posts mit dem Label Kenia werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Kenia werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Freitag, 14. März 2014

Krisen in Afrika: Umdenken erforderlich



Donnerstag, 27. September 2012

Anhaltende Kämpfe in Kenia fordern seit August mehr als 100 Menschenleben

Mehr als 100 Menschen sind seit August bei anhaltenden Kämpfen im Südosten Kenias getötet worden, darunter Dutzende Frauen und Kinder. Tausende sind auf der Flucht. Ort des Konflikts ist der Tana River District, wo etwa eintausend paramilitärische Einheiten den Frieden zwischen der Gemeinschaft der Pokomo und der Orma wiederherstellen sollen. Am 11. September traf es vor allem Frauen und Kinder, 38 Menschen starben bei diesem Angriff, die Rede ist von einem Massaker.


Zu den Hintergründen schreibt die Voice of America:
The massacre at Kilelengwani followed a string of attacks between the agriculturalist Pokomo and pastoralist Orma communities.  Historically, tensions flare between the two during dry season, when Orma bring their cattle to graze on Pokomo land. Thousands of Pokomos and Ormas have fled their villages fearing retaliatory attacks. Pokomo elder Suleiman Ludu is staying in an internally displaced persons camp in the town of Witu.   "The Ormas, they come to the shambas [farms] and they graze on our plants, and if we refuse, they say, 'if you do not want us to graze here we will beat you and kill you.' So it is better we run instead of waiting to be killed," said Ludu. 
International Crisis Group Kenya analyst Abdullahi Halakhe described the conflicting livelihoods of Tana River. "How can we negotiate this reality? Some argue pastoralism is good for the area, in terms of economic activity, and it gives time for grass and other natural resources to regenerate. Others are dead set on saying that pastoralists should move away from their nomadic livelihoods and turn to agriculture," said Halakhe.
Though people on both sides have been killed, the majority of victims during the most recent violence have been Orma pastoralists.  Survivors describe an organized Pokomo militia, wearing red and black uniforms and having a clear command structure.
Neben den Ressourcenstreitigkeiten gibt es aber auch Hinweise, dass politische Akteure den Konflikt schüren. Beweise für Massaker wurden beseitigt, ein kürzlich geöffnetes Massengrab erwies sich als leer, Unbekannte sollen die Leichen vor der Untersuchung weggeschafft haben. 

Anzeichen, dass eine Gruppe von Sezessionisten mit dem Namen Mombasa Republican Council (MRC) für das Massaker verantwortlich sein soll wurden bisher nicht bestätigt. Die Pokomo sollen dieser Gruppe sympathisierend gegenüberstehen, während sie von den Orma abgelehnt werden. Allerdings distanzierte sich der MRC von der Attacke. Andere Quellen beschuldigen die Pokomo die Orma dauerhaft vertreiben zu wollen.

So schwierig die lokalen Strukturen zu durchschauen sind, so notwendig ist die Beruhigung der Lage und die Aufarbeitung des Konflikts, der seit Jahrzehnten existiert, aber zumeist nur wenige Opfer fordert. Vor allem da Anfang nächsten Jahres Präsidentschafts- und Parlamentswahlen in Kenia anstehen. In deren Schatten brachen schon vor 5 Jahren Konflikte in zahlreichen Teilen des Landes aus. Da regionale Posten laut der neuen Verfassung nach den Wahlen eine deutlich höhere Bedeutung erhalten werden, gehen Beobachter von vermehrten Machtkämpfen im Vorfeld aus.

Donnerstag, 22. April 2010

Kenianische Kämpfer der SLDF legen Waffen nieder


Sieben Kämpfer der Sabaot Land Defence Force (SLDF), inklusive eines hochrangingen Kommandeurs, haben am Dienstag nach drei Jahren im Exil in Uganda ihre Waffen niedergelegt. Sie sollen für den Tod von mehr als 800 Menschen verantwortlich sein. Die Niederlegung folgt einem Amnestieangebot der kenianischen Regierung. Der Konflikt brach 2005 und flammt seitdem immer wieder auf. Ein großes Problem ist vor allem die massive Verbreitung von Waffen.


Human Right´s Watch (HRW) schrieb schon 2008:
The rebel Sabaot Land Defence Force and the Kenyan military are responsible for horrific abuses, including killings, torture and rape of civilians, in a little-known armed conflict in the Mt. Elgon area of western Kenya.

“The Sabaot Land Defence Force has committed hideous crimes and people welcomed the army at first. But now Kenyan soldiers are abusing those they are supposed to protect.”
One man described what happened to him:
“I was woken up by a knocking at the door. I opened it and there were guns and torches staring at me. They rounded up my cows, beat me and stabbed me as we walked. When we reached the bush they tied me by my feet to a tree, my head hanging down. There were others hanging also. They beat me very badly and said, ‘Choose: Either surrender all your possessions including your land or you die now.’ I told them to take it. They cut off my ear as a mark, then they made me eat it. I crawled home, I could not walk.”

Freitag, 2. April 2010

Internationaler Strafgerichtshof untersucht Gewalt nach den kenianischen Wahlen von 2007


Die blutige Gewalt nach den Präsidentenwahlen in Kenia 2007 wird bald vom Internationalen Strafgerichtshof in Den Haag verfolgt. Chefankläger Luis Moreno-Ocampo erhielt das Mandat, gegen mutmaßliche Täter und Hintermänner wegen des Verdachts auf Verbrechen gegen die Menschlichkeit zu ermitteln. Er sagte, der Prozess sei ein Test für das Land, um Rechtsstaatlichkeit und  demokratische Stabilität zu demonstrieren. Der politischen und ethnischen Gewalt in dem ostafrikanischen Land waren mehrere tausend Menschen zum Opfer gefallen, mehr als 300.000 flohen vor Mördern und Brandstiftern. Eine unabhängige Untersuchungskommission kam im vergangenen Jahr zu dem Ergebnis, die Gewalt sei von hochrangigen Politikern und einflussreichen Geschäftsleuten gesteuert worden und forderte ein unabhängiges Tribunal.Gleichzeitig gab es Kritik an der Entscheidung. Kenia sei alleine in der Lage, die Vorfälle zu untersuchen, sagten Politiker.


Donnerstag, 25. März 2010

Kenia überdenkt Rolle im Somalia-Konflikt - Beteiligung an Friedensmission möglich


Bisher hat sich Kenia an den Truppen der Afrikanischen Union nicht beteiligt. Nun soll laut offizieller Verlautbarung der politische Kurs korrigiert werden. Die immer wieder aufflammenden Kämpfe in der Hauptstadt Mogadischu, aber vor allem im Süden des Landes, bedrohen auch die nationale Sicherheit Kenias. Übergriffe in der Grenzregion und die Ausbildung von jungen Kenianern, sowohl von der Armee, als auch von Milizen haben die Regierung zu einem Umdenken bewogen. Zudem nehmen die Flüchtlingsströme in das Nachbarland weiter zu. Wie die konkrete Beteiligung aussehen soll, steht aber noch nicht fest.



Die taz schreibt zu dem Schicksal von jungen Rekruten der somalischen Streitkräfte aus dem Nordosten Kenias, die unter falschen Vorzeichen in das Kriegsgebiet gelockt werden sollten:

Jetzt sind sie alle arbeitslos, militärisch ausgebildet und verärgert. "Die Behörden können kein Spiel mit uns treiben", droht Abdul. "Wir sind gut trainiert und können Chaos verursachen. Und wie gut wir sind, zeigt, dass uns al-Shabaab kurz nach unserer Heimkehr 1.500 Euro bot, damit wir zu ihnen gehen." Al-Shabaab ist die größte der islamistischen Milizen Somalias und soll mit al-Qaida vernetzt sein. 

Garissa ist wirtschaftlich eng mit der Hafenstadt Kismayo im Süden Somalias verbunden, wo al-Shabaab die Macht hat. Garissas Bürgermeister Mohamed Gabow fürchtet, dass nicht nur Waren von Kismayo nach Garissa kommen, sondern auch radikale Ideen. Er machte den Skandal um die Rekruten publik. "Wirtschaftlich waren wir schon immer mehr mit Somalia verknüpft", erklärt er. "Die Regierung in Nairobi tut nicht viel für uns. Unsere Straßen, Krankenhäuser und Schulen sind meistens von Saudi-Arabien finanziert."

Sonntag, 28. Februar 2010

Spannungen an der Grenze zwischen Kenia und Äthiopien - Konflikt um Wasser und Weideland fordert mindestens einen Toten


Bei einem Überfall durch militante Kämpfer auf ein Armeelager ist mindestens ein kenianischer Sicherheitsbeamter getötet worden. Die schwer bewaffneten Angreifer sollen von äthiopischem Gebiet nach Kenia vorgedrungen sein. Dabei sollen die Gefechte mehrere Stunden angedauert haben. Über die Verluste auf Seiten der Miliz wurde nichts bekannt. Die Regierung spricht von einer ernsthaften Bedrohung der nationalen Sicherheit:


Hintergrund des Angriffs der "Merille-Milizen" soll ein anhaltender Streit um Wasser und Weideland sein. Es ist nicht das erste Mal, dass diese Auseinandersetzungen in der Region gewaltsam ausgetragen werden. Erst Mitte des Monates wurden zwei kenianische Soldaten an der Grenze erschossen, im vergangenen Jahr gab es im Oktober bei Kämpfen zwischen verfeindeten Stämmen sogar mehr als 20 Tote.

Donnerstag, 21. Januar 2010

Verfasster Frieden? 2010 ein entscheidendes Jahr für die Zukunft Kenias


Kenia gilt als Land der Nationalparks und Safaris. Doch das Land kämpft seit Jahrzehnten mit Hunger und Armut und daraus resultierenden Konflikten. Seine unmittelbare Nachbarschaft zu Konfliktgebieten, wie Äthiopien, den Sudan und Somalia schwächen den Staat zusätzlich. Korruption und politische Unfreiheit befeuern die Konflikte. Eine neue Verfassung soll das zentralisierte und uni-polare Regierungssystem reformieren. Ob dies friedlich gelingt, ist eine der großen Fragen für das Jahr 2010 in Kenia. Zur Zukunft des Landes eine aktuelle Reportage:



Dienstag, 3. November 2009

Kenia - Gefangen zwischen fragilen Nachbarn und zerrieben von inneren Unruhen


Vor anderthalb Jahren erschütterten schwere Unruhen das 40-Millionen-Einwohner Land, bei denen mehr als 1.500 Menschen getötet wurden. Danach kam es immer wieder zu Auseinandersetzungen zwischen Angehörigen verschiedener Stämme wegen Ressourcenkonflikten. Dabei wurden z.B. Ende September mehr als 20 Menschen getötet.


Fragile Staatlichkeit von Kenias Nachbarn

Durch die fragile Staatlichkeit seiner Nachbarn, im Besonderen des Sudans und von Somalia, aber auch in Grenzregionen von Teilen Äthiopiens, droht nun auch von außen Gefahr für die lokale Bevölkerung. Weder der Sudan, noch Somalia kommen zur Ruhe, in der Ogaden-Region starben vor knapp zwei Wochen in Äthiopien mindestens 100 Menschen. Und auch nach Kenia schwappt nun die Gewalt. Al-Shabab-Führer haben angekündigt auch in Kenia aktiv werden zu wollen.
Communities living in North Eastern province, which neighbours Somalia on one side experience sporadic raids from Al Shabaab while in the Upper Eastern region, Ethiopian cattle raiders give their Kenyan counterparts sleepless nights. "We have been trying to assist our brothers in Somalia to form peace committees to help in resolving conflicts but this been made difficult by members of Al Shabaab," a chief from the larger Mandera district, Mr Mohammed Ibrahim told the Intergovernmental Authority on Development (IGAD) sponsored forum.
 Hier die Folgen eines Angriffes vom Territorium des Sudan aus im Oktober:




Zusätzlich leidet die Bevölkerung in weiten Teilen unter dem Klimawandel und der Nahrungsmittelknappheit:
Am Horn von Afrika sind inzwischen mehr als 20 Millionen Menschen auf Nahrungsmittelhilfe angewiesen. In Kenia leidet bereits rund ein Drittel der Bevölkerung Hunger. Besonders betroffen: die Distrikte Marsabit, Samburu und Isiolo im Norden des Landes mit rund 365.000 Menschen.


Grundsätzlich bleibt wohl die Gefahr, dass die volatilen Grenzregionen dauerhafte Konfliktgebiete bleiben. Das Heidelberger Institut für Internationale Konfliktforschung (HIIK) klassifiziert zwei der vier Konflikte als "Krise", zwei als "manifester Konflikt".


Mehr Informationen:

und Frieden (2000)







Donnerstag, 1. Oktober 2009

Spannungen in Kenia - Ausschreitungen in Ecuador

Verantwortliche für Rassenunruhen festgenommen

In Kenia wurden mehrere Personen festgenommen, die als verantwortlich für die Rassenunruhen der vergangenen Tage gelten. Dabei wurden mindestens 24 Menschen getötet.
Unterdessen wurde am Mittwoch eine Frau von einem Mob gelyncht, der sie für einen Diebstahl verantwortlich machte. Selbstjustiz ist in dem afrikanischen Land weit verbreitet und erhält durch die aktuell angespannte Lage weiter an Schärfe.

Toter bei Auseinandersetzungen zwischen Ureinwohnern und Polizei in Ecuador 

Im Südosten Ecuadors protestierten Amazonas-Bewohner gegen ihre Lebensbedingungen und die Ausbeutung ihrer Gebiete und blockierten dabei Straßen. Die Polizei ging mit "progressiver Kraft", wie ein Polizeisprecher sagte, gegen die Demonstranten vor. Die Ureinwohner fordern ein Veto-Recht bei der Konzessionsvergabe von Ausbeutungsrechten an Öl- und Minenkonzerne. Außerdem fürchten sie eine Privatisierung der Wasserversorgung.



Mittwoch, 23. September 2009

Mindestens 24 Tote bei Kämpfen in Kenia

Bei Kämpfen zwischen verfeindeten Stämmen im Norden Kenias, sind vergangene Woche mindestens 24 Menschen getötet worden, darunter viele Zivilisten.

Hintergrund der Kämpfe sind Konflikte um die stark begrenzten Ressourcen, wie Wasser und Weideland in der Region. Immer öfter werden solche Auseinandersetzungen mit halbautomatischen und automatischen Waffen ausgetragen, die viele Opfer fordern. Ausgelöst, bzw. verstärkt wird die kritische Situation durch eine aktuelle Dürreperiode in der Region.

Ein kurzer Bericht zur Lage von Brot für die Welt:


Der Regierung fehlen der Wille und die Ressourcen um die Verteilungskonflikte zu lösen. Noch  sind die Kämpfe begrenzt und vereinzelt, doch sind sie eben Ausdruck einer grundlegenden politischen Krise, wie ein SPIEGEL-Artikel zeigt:


Ohne internationalen Druck und weitere Hilfen droht der Konflikt sich auszuweiten. Erst im letzten Jahr wurden Kenia massive Kriegsverbrechen bei einer Auseinandersetzung zwischen örtlichen Rebellen und der Armee begangen, wie eine Untersuchung von Human Rights Watch zeigte:


Ein Zusammenhang besteht aber nicht. Deutlich wird dadurch aber die angespannte und fragile Lage des Landes, das in der westlichen Öffentlichkeit zumeist mit seinen Safari-Parks in Verbindung gebracht wird, oder nur bei massiven Hungersnöten in den Fokus der Weltöffentlichkeit rückt (wobei dies auch nur mit Einschränkungen gilt. Schließlich hat es dort in manchen Teilen in den vergangenen 19 Monaten nicht mehr geregnet und vier Millionen Kenianer müssen von den Vereinten Nationen mit Nahrungsmitteln versorgt werden).

Dazu ein Bericht auf tagesschau.de: