Trotz des Titels sollen hier nicht immer nur Konflikte und Krisen des afrikanischen Kontinents thematisiert werden, wenn es auch andere Beispiele gibt. Dazu die aktuelle Ausgabe von Mit offenen Karten:
Somaliland wird hin und wieder als Beispiel genannt, steht es doch so im krassen Gegensatz zu anderen Teilen des Landes (bzw. der Region):
It is all part of a Somali puzzle: how one area of the country, the
northwest, also known as Somaliland, can seem so peaceful and functional
— so normal, in fact — while the rest continues to be such a violent,
chaotic mess.
Auch Sierra Leone, Malawi, Senegal und Kap Verde stehen für positiven Wandel (in Ansätzen) und die Etablierung von politischen und wirtschaftlichen Reformen. Mauritius reiht sich in diese Aufzählung ein. Allerdings machen die Beispiele deutlich, dass eine bloße Übertragung auf andere Staaten nicht sinnvoll wäre und die Vielfältigkeit eines als monolithisch strukturierten Kontinents vollkommen vergisst. Eine Studie über Maurititus von 2010 fragt:
What explains the success of Mauritius, a top performer among African
countries? It has mostly followed growth-enhancing policies, which
can in turn be attributed to sound institutions. But from where did
the institutions come? Mauritius chose well around the time of
independence in 1968, for example opting for the rule of law over
nationalization of its sugar plantations. Some fundamental
determinants that econometrically can explain success worldwide do not
work within Africa: size, remoteness, tropics, and ethnic fragmentation.
An intriguing theory: small islands that were populated entirely by
immigrants escape the ethnic conflict that arises when one group is
indigenous.
Auch die Weltbank versucht mit einem eigenen Blog Aufmerksamkeit auf "afrikanische Erfolgsstories" zu lenken. Allerdings betrachten manche Kritiker diese Darstellung als irreführend, da Weltbank und Internationaler Währungsfonds auf der anderen Seite oftmals Ursache von Fehlentwicklungen seien. Auch was die Frage der Menschenrechte betrifft, stößt das Gebaren der Institution auf Kritik. Zuletzt bleibt bei Betrachtungen offen, inwiefern wirklich zivilgesellschaftliche und politische Verbesserungen festzustellen sind, oder allein das Wirtschaftswachstum und dessen Effekte (die oftmals kurzfristiger oder elitenzentrierter Natur sind) betrachtet werden.
Der steigende Ankauf von Nutzland in Entwicklungs- und Schwellenländern birgt große Gefahren. Eine ARTE-Doku gibt einen Einblick in ein lukratives und globales Geschäftsmodell, welches vor Ort teilweise verheerende Folgen nach sich zieht:
"Controversial land acquisitions were a key factor triggering the civil wars in Sudan, Liberia and Sierra Leone, and there is every reason to be concerned that conditions are ripe for new conflicts to occur in many other places," said Hatcher.
[...]
Last year the International Land Coalition (ILC) estimated that the global rush for land had claimed more than 200m hectares [das achtfache Großbritanniens] between 2000 and 2010, the majority in sub-Saharan Africa.
Aus der Beschreibung des Senders:
Der Dokumentarfilm verdeutlicht, dass der Ankauf von Land ein globales Phänomen ist. In Paris, Rom und New York, in Äthiopien, Argentinien, Uruguay und Saudi-Arabien geführte Interviews mit Investoren und Regierungsvertretern geben Einblick in ein zynisches "Monopoly"-ähnliches Spiel mit dramatischen Folgen. Zu Wort kommen dabei auch Kleinbauern aus den vom Verkauf betroffenen Ländern, die oft ohne Entschädigung enteignet werden.
Weiterführende Informationen, Studien, Hintergrundberichte und Handlungsempfehlungen finden sich in diesem Papier des EED.
Tag der deutschen Einheit - Feier zur unblutigen Wiedervereinigung. Andere Regionen haben da nicht soviel Glück, aber lieber zum millionstenmal Wiedervereinigungsdokus, die ja nicht ohnehin schon jeden Tag auf ntv laufen. Zum Kotzen. Andere Nachrichten? Gibts zur Genüge:
Israel greift mit Kampfflugzeugen Ziele im Gaza-Streifen an / Im Senegal sterben bei Kämpfen sechs Menschen / 16 Tote bei Kämpfen im Sudan / Afghanischer Polizist erschiesst zwei US-Soldaten / Wieder mindestens 34 Tote bei schweren Kämpfen im Jemen / Mindestens 38 Tote in den letzten zwei Tagen in Kolumbien, davon acht bei einem Luftangriff der Armee / 16 Menschen wurden in Indien von Rebellen gefesselt und dann erschossen / und so weiter, Pakistan, Somalia nochmal Afghanistan, Nigeria, Dagestan, die Liste lässt sich fortführen, siehe die roten Balken, die immer weiter in die Höche wachsen. Mehr als 1100 Tote in 12 Tagen und das sind geprüfte Meldungen von Nachrichtenagnturen und NGO´s, vorsichtige Schätzungen also. Die tatsächlichen Zahlen liegen weitaus höher....
Nach neuesten Berichten wurden bei den Kämpfen in der Hauptstadt Conakry mindestens 157 Menschen getötet. Einen aktuellen Hintergrundbericht gibt es hier:
Teile des Senegal weiter an der Schwelle zum Krieg
Nicht weit von Guinea entfernt liegt der relativ stabile Senegal. Doch die Region Casamance, die lange Jahre Schauplatz eines Bürgerkrieges war, kommt nicht zur Ruhe. In einem aktuellen Bericht von dem UN-Informationsnetzwerk IRIN heißt es:
"After years of fighting in which tens of thousands of people were forced from their homes, the government and the rebel Movement for the Democratic Forces of Casamance (MFDC) signed a peace accord in 2004; yet the region remains plagued by occasional violent crime, political killings and bouts of fighting between the army and the splintered MFDC."
30 Tote bei Anschlag in Afghanistan, viele tote Taliban-Kämpfer bei ISAF-Offensive
In Kandahar, im südlichen Afghanistan, wurden bei einem Bombenanschlag mindestens 30 Menschen getötet und mindestens 39 verletzt. Ein Bus war von Herat nach Kabul unterwegs, als am Dienstag morgen die Sprengfalle explodierte. Unter den Toten sind zehn Kinder.
RIA Novosti
Am Montag sollen außerdem nach ISAF-Angaben "eine große Anzahl Aufständischer getötet worden sein". US-Quellen sprachen von mindestens 30 Getöteten. Genauere Angaben wurden zu der Operation in der südwestafghanischen Provinz Farah nicht gemacht. 500 afghanische Soldaten und US-Truppen sollen an den Kämpfen beteiligt.
Drei Tote bei Drohnenangriff in Pakistan
Bei einem mutmaßlichen US-Drohnenangriff im pakistanischen Grenzgebiet zu Afghanistan wurden am Dienstag mindestens drei Taliban-Kämpfer getötet. Ein pakistanischer Geheimdienstmitarbeiter sagte, eine Rakete habe ein Taliban-Versteck im halbautonomen Stammesgebiet Süd-Waziristan zerstört.
Blauhelm-Soldat im Sudan getötet
Bei einem Anschlag auf die Mission der Vereinten Nationen, die von der Afrikanischen Union getragen wird (UNAMID), wurde ein Soldat getötet. Sechs bis acht Angreifer eröffneten auf einen Konvoi mit Soldaten und Zivilisten nahe der Stadt El Geneina in West-Darfur das Feuer. Im April 2010 sollen Parlamentswahlen in dem zerrissenen Land stattfinden. Vor der UN-Vollversammlung sagte ein Vertreter Sudans dazu:
"We invite the international community to support financially and materially the conduct of elections in deeds and in words."
Ghazi Salahuddin Atabani, derzeitiger Chef der sudanesischen UN-Delegation
Zu der UNAMID-Mission ein aktueller Bericht von Al-Jazeera, der ein eher (zu) positives Bild der Lage zeichnet: