Freitag, 29. Januar 2010

Schwere Angriffe zum Jubiläum der Regierung in Somalia - mindestens 15 Menschen sterben bei den Angriffen in Mogadischu


Es sind nur noch ein paar Tage bis zum einjährigen Jubiläum der Interimsregierung Somalias (TFG). Dass Präsident Sheik Sharif Sheik Ahmed nur die Kontrolle über ein paar Straßenzüge besitzt und in manchen Momenten auch der Präsidentenpalast nur mit Mühe verteidigt werden kann, haben heutige Angriffe wieder bewiesen. Militante Kämpfer griffen Basen der Truppen der Afrikanischen Union an und es wurden mindestens 15 Menschen, darunter viele Zivilisten getötet. Nach einigen Tagen "relativer Ruhe" wurde nun wieder deutlich, dass nur die etwa 5.000 Soldaten der AU-Truppen die Regierung formal im Amt halten. In anderen Regionen, wie Somaliland, oder im Süden ist die Regierung darauf angewiesen, von Milizen unterstützt zu werden.

 
BBC

In der Stadt Beledweyne lieferten sich die Al-Shabab-Milizen und Anhänger von Hizb al-Islam schwere Kämpfe, die Wochen dauerten. Mindestens 150 Menschen wurden dabei getötet, oder verwundet. Der ganze Wahnsinn in Mogadischu wird durch folgendes Zitat aus einer aktuellen Reportage der kenianischen "Daily Nation" über den berüchtigten Checkpoint K4 deutlich:
The insurgents take relentless pot shots at the Amisom force, as evidenced by a pock-marked wall behind their shooting position.

"Generally, we ignore them," says Wabwire. "But we answer immediately if they shoot with mortars, that's too dangerous.We try to identify the origin point and to limit the collateral damage," he says, in reference to the dozens of civilians who die each month when caught in an exchange of mortar shelling.

Below him, six neatly lined-up mortars stand in a dusty courtyard, aimed at insurgent positions and their Bakara market stronghold. "These people are less than a kilometre away but they cannot approach. They are just harassing us, that's their only tactic," says Amisom spokesman Ba-Hoku Barigye.
Auch der heutige Angriff galt unter anderem diesem neuralgischen Punkt, wo sich die Straße zum Flughafen mit anderen wichtigen Zufahrtsstraßen trifft. Dieser ist für die AMISOM-Truppen kaum unter ständiger Kontrolle zu halten. Die AU-Truppen versuchen erst gar nicht Kontrolle wiederzuerlangen, sondern die wenige, die sie haben, nicht zu verlieren. Erst gestern lobten die afrikanischen Staaten das Engagement Burundis und Ugandas in Somalia und die Bereitstellung ihrer Soldaten. Ohne internationale Hilfe und dem Versuch langfristig zivile und gegebenenfalls militärische Hilfe zu leisten steht die AU-Mission aber auf verlorenem Posten. Dazu aktuelle Bilder vom 26.01.10 aus der somalischen Hauptstadt:


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