Dienstag, 6. Februar 2018

Dystopie im Handtaschenformat

Lust auf eine kleine Dystopie im Handtaschenformat?

Der Titel der nach stehenden ARTE-Doku ist nicht besonders spektakulär und auch die Beispiele sind vordergründig vor allem auf die neuesten Entwicklungen im Bereich der Satellitentechnik bzw. der Daten, die durch sie erhoben werden, gerichtet.

 

ABER, egal, ob ForscherInnen sichere Routen für Schiffe durch die Antarktis entwickeln, Flüchtlingslager analyieren, Grundwasservorkommen untersuchen oder Megastädte genauer unter die Lupe nehmen - bei all diesen Beispielen zeigt sich, wie gedankenlos die Menscheit im Ganzen agiert und wie sehr wirtschaftliche Interessen die Deutungshoheit erlangt haben. Ressourcen schrumpfen innerhalb weniger Jahre, ohne dass sich dies rückgängig machen ließe. Die Doku wirft einen Blick auf zahlreiche krasse Beispiele, wie wir mit unserer Umwelt umgehen.

Bei der Frage der Gewinnung und Analyse von Daten ließe sich zudem die technisch-wissenschaftliche Community leicht mit Google, Facebook und Co oder staatlichen Institutionen ersetzen. Mit diesem gedanklichen Kniff zeigt sich auf erschreckende Art und Weise, welches Überwachungszeitalter uns bevor steht. Oder wir schon mitten drin sind. Denn je nachdem stehen vor allem Datenübertragungsraten und das in bestimmten Fällen noch nicht ausgereifte maschinelle Lernen einer umfassenden und tiefgreifenden Überwachung im Wege. Mehr nicht.

Die Reportage nimmt auf diese negativen Entwicklungen auch zum Teil Bezug, versteht sich aber in erster Linie als Update in Sachen Erdvermessung und Big Data. Manche Folgerungen, wie dass der Schutz der Antarktis am besten gelingt, wenn Schiffe möglichst sicher durch das (schmelzende) Eis geleitet werden, wirkt naiv. Aber auch hilflos und realistisch. Denn der Schutz wäre natürlich am besten gewährleistet, wenn die Durchfahrt verboten würde. Doch solche Interessen gegen reines Gewinnstreben durchzusetzen, ist aktuell reine Utopie.

Grundlegendes zu Big Data gibt es z.B. hier.

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