Montag, 27. November 2017

System Milch: Von moderner Landwirtschaft und alten Mythen

Was hat Milch mit Kriegen, Konflikten, Flucht und Migration zu tun? Auf den ersten Blick nicht viel, im Supermarktregal wird der Eindruck erweckt, es handle sich um ein Produkt, welches nahrhaft, gesund, regional und nachhaltig erzeugt wird. Die Milch macht´s eben. Schaut man genauer hin zeigen sich Milliardengewinne, verflochtene Wirtschaftsstrukturen und mächtige Konzerne. Aber auch deutlich sichtbare Effekte für Mensch, Tier und Umwelt, die am Ende dazu führen können, dass in ohnehin krisen- oder kriegsgebeutelten Regionen der Erde Lebensgrundlagen angegriffen oder zerstört und damit Perspektiven vernichtet und Ursachen von Flucht und Migration gelegt werden.



Der ganz große Bogen also. Den schlägt Grimme Preisträger Andreas Pichler glaubhaft und relativ geschmeidig, (neben vielen anderen Aspekten, die er betrachtet) was eben auch am Ende daran liegt, dass ein Glas Milch und der Tod im Mittelmeer mehr miteinander zu tun haben, als man bisher geglaubt hat. Denn das Stichwort und die Triebfeder im "System Milch" ist der globale Handel. Milch ist Rohstoff und Handelsware und Rücksicht auf kleinbäuerliche Strukturen und Abhängigkeiten sind in diesem System nicht vorgesehen.








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