Donnerstag, 28. Juni 2018

Eskaliert der Fischstäbchenkrieg?

Kriegerische Bilder sind immer gern genommen. Die deutsche Nationalmannschaft verlor gegen Mexiko die Schlacht, aber nicht den Krieg (hier gab es aber wohl nach einem geordneten Rückzug mit anschließenden leichten Raumgewinnen beim Sieg mithilfe des Todesstoßes in der 96. Minute gegen Schweden und dem anschließenden Ausbau eines Brückenkopfes am Ende eine totale Kapitulation, nachdem sich die Soldaten (also Spieler) bei zu vielen Scharmützeln im Mittelfeld gegen Südkorea aufrieben und aus aussichtsreicher Position der Finger am Abzug zitterte). Die AfD kann nicht anders, als alles zu militarisieren, auch in der Sozialpolitik sieht sie "Kohorten" altern, die im allgemeinen Sprachgebrauch eher eine eine militärische Einheit der Römer bezeichnen, oder eine Gruppe abwerten, denn als soziologischer Begriff zu fungieren. Dass es aber beim Fischstäbchenverzehr nun auch schon zum Krieg kommt, lässt einen ein wenig den Kopf schütteln.


Klar. Kalter Krieg, Gefrorene Fischstäbchen - witzig. Aber so ohne Not vom Krieg zu sprechen, wenn es um eine wirtschaftliche Konkurrenz von Unternehmen oder Staaten geht, schließt an die Rhetorik des Handelskrieges an. Es mag wie eine Lappalie klingen, aber man sollte aufpassen nicht überall Krieg zu sehen, wo es normale Konkurrenz und Dissens gibt und damit ein Klima der Konfrontation zu schaffen. Außerdem gibt es genug "echte" Kriege. Man sollte lieber von diesen sprechen, als an den Tiefkühltruhen des Lebensmitteleinzelhandels einen auszurufen.

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